Webflow ist eine Plattform, mit der du Websites visuell gestalten und veröffentlichen kannst. Ein integriertes Content-Management-System (CMS) verwaltet wiederkehrende Inhalte wie Blogartikel oder Kundenreferenzen; das Hosting gehört ebenfalls zum Angebot.
Wenn du eine B2B-SaaS-Website verantwortest, muss das System sowohl die gewünschte Produktdarstellung als auch die laufende Arbeit deines Teams unterstützen. Dein Team möchte neue Produktinhalte veröffentlichen und Kampagnenseiten aufbauen. Wir zeigen, welche Möglichkeiten Webflow dafür bietet und wann du weiterhin Unterstützung durch Design oder Entwicklung brauchst.
Wie funktioniert Webflow?
Im visuellen Editor legst du fest, wie eine Seite aufgebaut ist und wie ihre Elemente auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen erscheinen. Wiederkehrende Abschnitte lassen sich als Komponenten anlegen, etwa eine Referenzkarte oder ein Bereich für Produktabbildungen. Sie können anschließend auf weiteren Seiten eingesetzt werden.
Für Inhalte mit ähnlichem Aufbau nutzt du das Webflow CMS. Bei einer Kundenreferenz speicherst du beispielsweise den Unternehmensnamen und die Beschreibung der Zusammenarbeit in dafür vorgesehenen Feldern. Eine gestaltete Vorlage bestimmt, wie diese Inhalte auf der veröffentlichten Referenzseite erscheinen.
Beim Veröffentlichen stellt Webflow die Website auf seiner Hosting-Infrastruktur bereit. Zum Testen kannst du eine Webflow-Subdomain verwenden; eine eigene Domain lässt sich mit einem kostenpflichtigen Site-Plan verbinden.
Der Begriff „No-Code“ beschreibt dabei die Möglichkeit, viele Teile einer Website visuell umzusetzen, ohne ihren Code manuell zu schreiben. Für einen professionellen Aufbau brauchst du weiterhin Kenntnisse über Webdesign und das Verhalten von Layouts. Ein bestehendes CMS zu pflegen ist deshalb eine andere Aufgabe, als die Website von Grund auf zu entwickeln.

Webflows visueller Editor: Die Website liegt auf der zentralen Arbeitsfläche; rechts werden Layout und Abstände eingestellt. Bildquelle: Webflow Help Center – Intro to Webflow. Offizielle Produktansicht mit einer Demo-Website.
Welche Websites lassen sich mit Webflow umsetzen?
Webflow eignet sich für Marketing-Websites mit individuell gestalteten Unterseiten und wiederkehrenden Inhalten. Für ein B2B-SaaS-Unternehmen kann das der öffentliche Auftritt sein, während die eigentliche Software separat betrieben wird. Die Website erklärt das Produkt und unterstützt Interessenten bei ihrer Auswahl.
Nehmen wir als hypothetisches Beispiel ein SaaS-Produkt, das Projektteams beim Koordinieren von Kundenfreigaben unterstützt. Das Marketingteam möchte diesen Anwendungsfall auf der Website erklären und mit einer Kampagne bewerben. Dabei erfüllen die Unterseiten unterschiedliche Aufgaben:
- Produkt- und Use-Case-Seiten: Individuell gestaltete Unterseiten können Produktabbildungen und Erklärungen zum konkreten Anwendungsfall verbinden.
- Kundenreferenzen und Blog: Wiederkehrende Inhalte werden im CMS gepflegt und in gemeinsamen Seitenvorlagen dargestellt.
- Kampagnenseiten: Vorbereitete Komponenten lassen sich für unterschiedliche Kampagnen neu zusammenstellen.
Wiederverwendbare Strukturen zahlen sich vor allem nach dem Launch aus. Bei Converia haben wir zwei Produktlinien unter einer Marke zusammengeführt und den WordPress-Blog ins Webflow-CMS übertragen; Hinweisboxen und Download-Elemente haben wir dabei als wiederverwendbare Komponenten angelegt. Seit dem Go-live veröffentlicht das Converia-Team nach eigener Aussage neue Seiten wesentlich schneller und befüllt das CMS häufig über den Webflow MCP Server mit AI-Unterstützung. Plane die Struktur deiner Inhalte deshalb schon bei der Wahl des CMS mit.

Die von path digital umgesetzte Converia-Website: Startseite sowie Unterseiten für Einreichungen und Teilnehmerregistrierung. Bildquelle: Converia-Projekt von path digital.
Formulare lassen sich ergänzen und mit weiteren Systemen verbinden, etwa für die Übergabe einer Demo-Anfrage an dein CRM. Welche Integration dafür passt und wie sie eingerichtet wird, hängt von den beteiligten Systemen ab. Webflow ersetzt diese Abstimmung ebenso wenig wie die Arbeit an verständlichen Produkttexten.
Für SEO bringt Webflow die wichtigsten Einstellungen ohne Plugins mit. Title und Meta-Description legst du pro Seite fest; bei CMS-Seiten können sie automatisch aus Feldern wie dem Artikeltitel entstehen. 301-Weiterleitungen pflegst du selbst in den Einstellungen, die XML-Sitemap erzeugt Webflow automatisch.
Strukturierte Daten entstehen dagegen nicht von selbst: Du ergänzt sie pro Seite oder Vorlage, wobei Webflow AI beim Erstellen helfen kann. Wenn du eine bestehende Website umziehst, vertieft unser Artikel zu SEO und AI-Search beim Website-Relaunch, worauf du dabei achten solltest.
Was kann dein Marketingteam selbst ändern?
Dein Team kann Inhalte in vorbereiteten Strukturen pflegen und mit der passenden Rolle neue Seiten aus vorhandenen Komponenten aufbauen. Wie weit diese Möglichkeiten reichen, hängt vom Aufbau der Website und den vergebenen Rechten ab. Eine neue Produktdarstellung kann deshalb zusätzliche Designarbeit erfordern, auch wenn das Team die bestehenden Seiten selbst aktualisiert.

CMS-Prinzip am Beispiel von Kundenreferenzen: Die Vorlage bestimmt den Aufbau, jeder Eintrag liefert die Inhalte einer eigenen Referenz-Unterseite. Eigene schematische Darstellung von path digital.
| Aufgabe | Voraussetzung | Arbeit des Marketingteams |
|---|---|---|
Kundenreferenz veröffentlichen | CMS-Felder, Referenzvorlage und passende Rechte | Freigegebene Inhalte eintragen, Darstellung prüfen und veröffentlichen |
Kampagnenseite aufbauen | Vorbereitete Komponenten und Rechte zum Seitenaufbau | Abschnitte zusammenstellen und mit Kampagneninhalten füllen |
Neue Use-Case-Seite erstellen | Geeignete Bausteine für den Ablauf und vorhandene Referenzeinbindung | Den Anwendungsfall erklären und geprüfte Inhalte einsetzen |
Neues interaktives Element ergänzen | Zusätzliche Gestaltung oder technische Umsetzung | Anforderungen beschreiben und die Umsetzung mitprüfen |
Webflow unterscheidet unter anderem die Rollen Content Editor und Marketer. Ein Content Editor kann Inhalte bearbeiten; die Marketer-Rolle erlaubt zusätzlich den Seitenaufbau aus vorhandenen Komponenten. Die genauen Möglichkeiten und Veröffentlichungsrechte sind in den Webflow-Rollen und Berechtigungen beschrieben und müssen zum gewählten Tarif passen.
Entscheidend ist deshalb, welche Aufgaben bei der Übergabe tatsächlich eingeübt werden. Eine Referenz zu ergänzen und eine neue Kampagnenseite aufzubauen stellen unterschiedliche Anforderungen an dein Team. Einen Eindruck vom Arbeiten mit vorbereiteten Komponenten gibt die englischsprachige Webflow-Demo zum Page Building.
Für wen eignet sich Webflow, und wo liegen die Grenzen?
Webflow passt gut zu B2B-SaaS-Teams, die eine individuell gestaltete Marketing-Website brauchen und deren Inhalte im Marketing pflegen wollen. Besonders sinnvoll ist der Einsatz, wenn Design und CMS zunächst professionell aufgebaut werden und dein Team danach beispielsweise neue Referenzen oder Kampagnenseiten selbst veröffentlicht. Plane für neue Layouts und zusätzliche Funktionen weiterhin Unterstützung ein.
Prüfe Funktionen wie ein Kundenportal mit eigenen Zugriffsrechten gesondert: Die Eignung für deine Marketing-Website sagt noch nichts darüber aus, ob Webflow auch diese Anforderungen abdeckt. Besondere Schnittstellen können zusätzliche Entwicklung erfordern. Muss die vollständige Website inklusive CMS auf eigener Infrastruktur laufen, passt Webflow nicht zu dieser Vorgabe.
Wie unterscheidet sich Webflow von WordPress und Framer?
Alle drei Systeme können eine Marketing-Website unterstützen; für die Auswahl zählt, wie dein Team die benötigten Aufgaben darin erledigt. Unterschiede zeigen sich beispielsweise beim Seitenaufbau und bei der technischen Erweiterung. Die folgende Übersicht vergleicht Webflow mit selbst gehostetem WordPress und Framer.
| Kriterium | Webflow | WordPress, selbst gehostet | Framer |
|---|---|---|---|
Neue Seiten aufbauen | Visueller Aufbau; Marketing nutzt vorbereitete Komponenten | Blöcke und Patterns, abhängig von Theme und eingesetzten Erweiterungen | Visueller Aufbau mit wiederverwendbaren Komponenten |
Wiederkehrende Inhalte pflegen | CMS mit definierten Feldern und Seitenvorlagen | Beiträge und Seiten; weitere Inhaltstypen nach Einrichtung | CMS mit Collections und Vorlagen |
Änderungen veröffentlichen | Rollen und tarifabhängige Veröffentlichungsrechte | Rollen mit unterschiedlichen Bearbeitungs- und Veröffentlichungsrechten | Projektberechtigungen; Umfang der Rechte abhängig vom Plan |
Weitere Sprachen ergänzen | Localization, mit planabhängigen Zusatzkosten | Localization, mit planabhängigen Zusatzkosten | |
Betrieb und Erweiterung | Hosting über die Plattform; zusätzliche Integrationen nach Bedarf | Hosting und Updates selbst organisieren oder betreuen lassen; Erweiterungen über Plugins und Code | Hosting über die Plattform; Erweiterungen passend zu den benötigten Funktionen prüfen |
Für die Auswahl heißt das: Wenn du die Website einschließlich CMS selbst hosten musst, spricht das für selbst gehostetes WordPress. Für eine über die Plattform betriebene Marketing-Website mit CMS kommen sowohl Webflow als auch Framer infrage; vergleiche deshalb den Aufbau einer benötigten Unterseite und die vorgesehenen Veröffentlichungsrechte im gewählten Tarif. Beherrscht dein Team das bestehende System bereits und deckt es diese Aufgaben ab, braucht ein Wechsel einen konkreten zusätzlichen Nutzen.
Was kostet Webflow?
Die laufenden Webflow-Gebühren richten sich nach dem Tarif und den benötigten Funktionen. Konzeption und Umsetzung deiner Website sind darin nicht enthalten. Zum Einstieg reichen wenige Tarifbeispiele, um diese Kosten einzuordnen:
| Site-Plan | Preis bei jährlicher Abrechnung | Einordnung |
|---|---|---|
Starter | Kostenlos | Zum Ausprobieren auf einer webflow.io-Adresse; begrenzter Umfang |
Basic | 15 USD pro Monat | Eigene Domain, ohne CMS |
Premium | Ab 25 USD pro Monat | Mit CMS; Preis abhängig vom gewählten Umfang |
Die Angaben stammen von der Webflow-Preisseite, geprüft am 14. Oktober 2026. Sie gelten je Website und verstehen sich zuzüglich gegebenenfalls anfallender Steuern; bei monatlicher Abrechnung gelten andere Preise. Basic ist für eine Website mit CMS-Referenzen oder CMS-Blog daher nicht der passende Tarif.
Neben dem Site-Plan rechnet Webflow die Zusammenarbeit über einen Workspace und Sitze ab. Rollen wie Content Editor oder Marketer kannst du laut Webflow-Rollen und Berechtigungen erst ab dem Workspace-Plan Growth für 49 USD pro Monat zuweisen; dort legst du auch fest, wer veröffentlichen darf. Jede Person im Marketing braucht dafür einen Limited-Sitz für 15 USD pro Monat, während Kolleginnen und Kollegen, die nur prüfen und kommentieren, kostenlose Sitze bekommen.
Für eine Website mit CMS und zwei Personen im Marketing ergibt sich bei jährlicher Abrechnung mindestens diese Rechnung: 25 USD für Premium plus 49 USD für Growth plus 2 × 15 USD für die Limited-Sitze, zusammen 104 USD pro Monat zuzüglich Steuern. Den Sitz des Workspace-Owners enthält jeder Workspace bereits. Betreut eine Agentur die Website in ihrem Agency-Workspace, sind pro Website bis zu drei kostenlose Client-Sitze für dein Team enthalten.
Für dein Gesamtbudget ist außerdem relevant, welche Arbeit an der Website anfällt. Eine Kampagnenseite auf vorhandenen Komponenten benötigt weniger neue Gestaltung als eine Seite mit einer zusätzlichen interaktiven Produktdarstellung. Texte und ihre fachliche Prüfung bleiben in beiden Fällen einzuplanen.
Wenn du einen größeren Umbau erwägst, hilft unser Artikel zu Website-Relaunch-Kosten bei der Einordnung des Projektbudgets. Die dort genannten eigenen Projektrahmen beziehen sich auf den beschriebenen Leistungsumfang und sind keine allgemeine Preisliste für jede Webflow-Website.
Wie findest du heraus, ob Webflow zu deiner Website passt?
Prüfe Webflow an einer Aufgabe, die dein Team später tatsächlich erledigen soll. Dafür eignet sich ein eigenes oder freigegebenes Demo-Projekt; alternativ kann dir ein Anbieter den Ablauf zeigen. Nutze dabei die Rolle, die später auch für die Arbeit im Marketing vorgesehen ist.
Unser Beispiel liefert einen konkreten Auftrag: Eine neue Use-Case-Seite für „Kundenfreigaben koordinieren“ soll vorbereitet werden. In der Demo kannst du drei Dinge prüfen:
- Referenz ergänzen: Einen freigegebenen Referenztext oder gekennzeichneten Demoinhalt im CMS eintragen und in der Vorschau kontrollieren.
- Seite aufbauen: Vorhandene Komponenten zu einer Use-Case- oder Kampagnenseite zusammenstellen.
- Fehlenden Baustein klären: Eine neue Darstellung anfordern und nachvollziehen, wer sie ergänzen müsste.
Halte danach fest, welche Schritte dein Team selbst ausführen kann und wo noch Vorbereitung oder Unterstützung fehlt. Kläre auch, wer die Inhalte fachlich prüft und wer sie veröffentlicht. Das Ergebnis ist eine konkrete Einschätzung der späteren Arbeitsteilung. Wenn ein Systemwechsel sinnvoll ist, führt unser Website-Relaunch-Guide durch die Vorbereitung.




